VolkswirtschaftViele - besonders jüngere - Menschen haben leider ein sehr verzehrtes Bild von Wirtschaft. Die Folge sind oft recht abstruse politische Vorstellungen. Mit diesem kurzen Text möchte ich versuchen auf einfache Weise die wesentlichen Eigenschaften einer Marktwirtschaft zu erklären. Worum geht's?Viele Glauben, beim Thema Wirtschaft geht es nur um Geld. Dies ist die größte aller falschen Annahmen. In der Wirtschaft geht es darum, die Menschen mit Waren und Dienstleistungen zu versorgen. Geld ist nur ein Hilfsmittel um den Handel zu erleichtern. Wenn ich arbeite und durch meine Arbeit Waren und Dienstleistungen für andere Menschen erbringe, und diese verkaufe, dann bekomme ich für diese Leistung einen Gutschein um selbst Leistungen (Waren bzw. Dienstleistungen) von anderen in Anspruch nehmen zu können. Geld ist ein solcher Gutschein. Beachten sollte man aber, dass Geld nur dann einen Wert hat wenn Waren und Dienstleistungen auch zum Kauf zur Verfügungen stehen. Wenn niemand arbeitet um Waren und Dienstleistungen herzustellen, dann (und nur dann) ist Geld auch nichts wert. Angebot und NachfrageEine Marktwirtschaft reguliert sich voll automatisch selbst. Wenn irgendwelche Waren oder Dienstleistungen zu wenig verfügbar sind, dann steigen deren Preise. Dies wiederum macht es für Menschen attraktiver genau solche Waren und Dienstleistungen herzustellen - da man damit dann ja sehr gut Geld verdienen kann. Dadurch wird das Angebot steigen und die Preise wieder fallen bis sich ein ausgewogenes Gleichgewicht einstellt. Andersherum funktioniert das natürlich genauso. Wo ein Überangebot besteht gehen Anbieter pleite - und so schrumpft die Produktion bis sich ein ausgewogenes Gleichgewicht einstellt. Problematisch sind im echten Leben allerdings Eingriffe der Politik in den Markt. Wenn man z.B. einen strengen Kündigungsschutz einführt, dann können Arbeitnehmer nicht mehr entlassen werden wenn es die Regeln des Marktes eigentlich erfordern würde (z.B. wenn die Aufträge zurück gehen). Als Konsequenz wird dann weniger eingestellt, und die Arbeitslosigkeit steigt. GerechtigkeitBesonders Politiker versprechen gern Gerechtigkeit, aber keiner sagt was er mit Gerechtigkeit eigentlich meint. Es gibt grundsätzlich zwei gegensätzliche Definitionen von Gerechtigkeit:
Das Problem ist allerdings, dass der Mensch von Natur aus faul ist. Wenn es keine Motivation gibt zu arbeiten (wie z.B. bei der Verteilungsgerechtigkeit), dann arbeitet Mann auch nicht. Dann werden allerdings auch keine Waren und Dienstleistungen erbracht die man dann verteilen könnte. Es ist also ziemlich offensichtlich dass das System Kommunismus nicht funktionieren kann. Das gleiche gilt für die oft geforderte Umverteilung von Geld. Wenn man allen Reichen das Geld weg nimmt um es dann an die weniger Reichen zu verteilen, dann hätten die Geldempfänger (eine Mehrheit der Bevölkerung) keine Motivation mehr zu arbeiten. Es werden dann kein Waren und Dienstleistungen mehr erbracht und das verteilte Geld ist nichts mehr Wert. Soziale MarktwirtschaftIch bin zwar ein Fan der Leistungsgerechtigkeit, aber man muß natürlich bedenken dass nicht alle Menschen die selbe Leistung erbringen können. Es gibt Kranke, Behinderte, oder auch einfach weniger Begabte. Der Mensch ist ein soziales Wesen, und deshalb haben wir das Verlangen in uns Schwächeren zu helfen. Deshalb brauchen wir einen Kompromiss zwischen der Leistungsgerechtigkeit und der Verteilungsgerechtigkeit: die soziale Marktwirtschaft. Menschen, die viel Leistung erbringen können, geben ein Teil ihres Einkommens ab um es an Schwächere zu verteilen. Grundsätzlich muss aber der Leistungserbringer unterm Strich mehr bekommen als der Leistungsempfänger. Andernfalls würde das System wie der Kommunismus scheitern. Produktivität und WirtschaftswachstumDer Mensch ist faul. Deshalb tut er alles was er kann um Arbeit zu vermeiden. Dies gelingt z.B. durch Optimierung von Arbeitsabläufen und durch Automatisierung. Das Ergebnis ist dann eine verbesserte Produktivität. Das heißt dass die selbe Leistung nun durch weniger Arbeit erzeugt werden kann. Aber das führt dann ja zu mehr Arbeitslosigkeit. Die Lösung ist Wirtschaftswachstum. Das heißt dass einfach mehr produziert wird und so niemand entlassen werden muss. Mehr Waren und Dienstleistungen bedeutet gleichzeitig auch mehr Wohlstand für alle. Wirtschaftswachstum ist notwendig - als Konsequenz unserer Faulheit, und es ist ein schöner Nebeneffekt, dass unsere Faulheit so zu mehr Wohlstand führt. Seit Begin der Industrialisierung Mitte des 19ten Jahrhunderts wird immer mehr automatisiert - und das wird immer so weiter gehen (z.B. durch Roboter). Das Ergebnis war aber immer mehr Wohlstand für alle, und nicht etwas eine höhere Arbeitslosigkeit. Geldpolitik der ZentralbankAufgabe der Zentralbank ist es für Geldstabilität zu sorgen. Wie oben beschrieben kann das natürlich nur funktionieren wenn die Wirtschaft auch läuft. Aber die Zentralbank kann an ein paar Stellschrauben (Geldmenge, Leitzinsen) drehen um die Inflation zu beeinflussen. Z.Z. (2018) sind die Leitzinsen sehr niedrig, was von vielen Leuten stark kritisiert wird. Ich bin allerdings der Meinung, dass das eine gute Sache ist und noch sehr lange (eventuell für immer, Leitzinsen niedriger als die Inflation) anhalten wird. Es ist einfach ungerecht, das jemand nur durch Geld aufs Sparbuch legen, Geld verdienen kann. Wie oben bereits beschrieben werden Waren und Dienstleistungen durch Arbeit erbracht. Geld sollte also durch Arbeit verdient werden - und nicht durch Sparen. Zinsen unter der Inflation setzen damit auch den größten Kritikpunkt des Kapitalismus außer Kraft: Das man mit Geld mehr verdienen kann als durch arbeiten. Bei niedrigen Zinsen verliert gespartes Geld mit der Zeit immer weiter an Wert. Nur von Zinsen zu leben ist nun nicht mehr möglich - jeder muß arbeiten. Geld muss in Bewegung bleiben - und nicht einfach gehamstert werden und so der Wirtschaft entzogen werden. Sparen bei Zinsen über der Inflation fördern Sparen. Aber seit dem die Zentralbanken die Leitzinsen unter der Inflation halten, verliert man Geld beim Sparen. Das fördert statt Sparen den Konsum - und deshalb läuft die Wirtschaft seit dem auch so gut. Ein weiterer Aspekt ist, dass niedrige Zinsen Investitionen günstiger machen. Auch dieser Effekt kurbelt die Wirtschaft an und sorgt für eine niedrige Arbeitslosigkeit. Dann wäre da auch noch die Staatsverschuldung. Wir sehen überall auf der Welt dass das Abbauen von Schulden vielen Staaten einfach nicht gelingt. Die Lösung ist einfach: Wenn die Zinsen niedriger sind als die Inflation, dann lösen sich die Schulden von selbst auf.
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