Der TodIch liebe das Leben - allerdings nur solange es so etwas wie Lebensqualität gibt. Mit Lebensqualität meine ich nicht ständig leiden zu müssen und schöne Dinge erleben und genießen zu können. Ich habe Pflegeheime besucht und war mir ziemlich schnell sicher dass ich in so einer Einrichtung nicht leben möchte. Auch eine häusliche Pflege würde für mich nicht in Frage kommen. Ich möchte meiner Familie nicht zur Last fallen und viel Geld dafür ausgeben, länger leiden zu können. Wenn Lebensqualität nicht mehr möglich ist, und eine Besserung meines Zustands nicht zu erwarten ist, dann werde ich mein Leben beenden. SterbehilfeBis vor kurzem war Sterbehilfe in Deutschland verboten - was ich sehr bedauerte. Bei Tieren wird noch so etwas wie ein Gnadenschuß angewendet, aber beim Menschen gab's keine Gnade. Der Mensch muß solange wie irgend möglich leiden - und durch den stätigen Fortschritt der Medizin wird das immer länger. Ich hätte es einfach ekelig gefunden wenn ich dann wohl aus dem Fenster hätte springen müßen und dann Sanitäter die von mir angerichtete Schweinerei aufräumen müssten. Viel angenehmer ist es, dass mir nun jemand einen kleinen Cocktail - vielleicht auf Gin-Basis :) - reichen kann, nach dessen Genuß ich einfach einschlafen und nicht wieder aufwachen werde. BestattungBestattungen sind leider in Deutschland sehr stark überreglementiert. Wenn der Mensch tot ist, dann ist er tot. Punkt. Ich kann den Sinn und Zweck einer Aufbewahrung des Leichnams in einem Grab nicht nachvollziehen. Im Sarg wird der Körper von Maden und anderen Kleintieren aufgegessen. Und was hat die Asche einer verbrannten Leiche mit der Person noch zu tun? Nichts. Für mich würde ich mir eigentlich eine sinnvolle Nutzung meines Körpers wünschen. Es handelt sich ja immerhin um ca. 85kg Fleisch. Sinnvoll wäre zum Beispiel dieses Fleisch als Nahrung für Tiere in einem Zoo zu nutzen. OK, vielleicht bin ich dann schon aufgrund meines Alters ziemlich zäh, aber zumindest die Aasfresser wie zum Beispiel Hyänen sollten damit schon klar kommen - die haben ein ziemlich starkes Gebiss :). Auf diese Weise könnte mein Leichnam sogar das Leben von z.B. einem Schwein retten da das dann ja nicht für die Ernährung der Hyänen geschlachtet werden müßte. Egal - sowas ist hier leider verboten. Also wünsche ich mir eine anonyme Bestattung. Mein vergammelnder Körper soll so einfach und kostengünstig wie möglich entsorgt werden. OrganspendeWenn ich tot bin brauche ich keine Organe mehr. Wenn man dann vor der Wahl steht ein Organ von Maden auffressen zu lassen oder damit ein Menschenleben zu retten, dann würde ich mich für letzteres entscheiden. Das Leben eines Menschen ist mir mehr Wert als dass einer Made. Leider sind viele Menschen hier anderer Meinung und würden ein Organ lieber in den Müll werfen als damit das Leben eines Menschen zu retten - was ich in keiner Weise nachvollziehen kann. Sollte mein Leichnam noch brauchbare Organe enthalten, dann sollen diese natürlich gespendet werden. In meiner Brieftasche steckt ein entsprechender Organspendeausweis. TrauerfeierZunächst einmal sollten wir uns darüber klar sein, dass eine Trauerfeier eine Veranstaltung ausschließlich für Hinterbliebene ist. Der Verstorbene selbst ist da ja nicht anwesend. Deshalb sind meine Gedanken zu meiner eigenen Trauerfeier für meine Hinterbliebenen in keiner Weise verbindlich. Ihr müßt das so machen wir Ihr wollt, und nicht unbedingt wie ich das will. Für mich sollte eine Trauerfeier nur dann stattfinden wenn dann noch mindestens 20 Personen aus meiner Familie und meinem Freundeskreis leben, die an einer solchen Veranstaltung teilnehmen würden. Meinen Bruder bitte nicht einladen. Es dürfte wohl klar sein, dass keinerlei religiöse Zeremonien stattfinden sollten. Vorschlagen würde ich, dass meine Tochter eine kleine Rede hält in der sie kurz mein Leben zusammenfaßt - so wie das z.B. mein bester Freund bei der Beerdigung seines Vaters gemacht hat. Falls auch Franzosen kommen könnte sie das dann ja auch zweisprachig machen. Oft wird ja auch auf so einer Veranstaltung Musik gespielt. Vorschlagen würde ich ein Stück aus meiner Jugend - die wohl emotionalste Zeit meines Lebens. Damals entstand eine Musikstück, dass noch heute zahlreiche Musikexperten als den besten Pop-Song aller Zeiten bezeichnen. Das war 1971, als David Bowie auf seinem Album Hunky Dory die Frage stellte: Life on Mars? (E:\Archive\Personal\Peter\Musik\David Bowie - Hunky Dory\04 Life on Mars.mp3). Zusätzlich würde ich noch dies empfehlen: The Doors - When the Music's Over (E:\Archive\Personal\Peter\Musik\Classics\The Doors - When the Music's Over.mp3). Was soll das bedeuten?Nichts besonderes. Die Lebenserwartung steigt ja ständig und immer öfter treffe ich Leute die deutlich über 80 Jahre alt sind und trotzdem noch top fit sind - also noch Lebensqualität genießen können. Natürlich habe ich auch die Hoffnung noch lange im guten Zustand zu leben - insbesondere durch mein Dasein als Walking-Junky. Aber durch das fortschreitende Alter steigt natürlich die Wahrscheinlichkeit an Krebs oder einer Demenz zu erkranken. Auf so etwas hat man nur wenig Einfluß. Es ist nun mal einfach so dass wir alle irgendwann sterben. Ob nun ein paar Jahre früher oder später, das macht keinen großen Unterschied - die Welt dreht sich dann einfach weiter. Ich kann mir aber nicht vorstellen welchen Sinn ein Leben machen soll in dem man nur leidet, Geld vernichtet, und seine Angehörigen belastet. Auf so etwas kann und will ich verzichten. Update Herbst 2022Wie gesagt, mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken. Das trifft leider auch auf mich zu. Im Sommer 2020 war ich beim Arzt und sagte, dass ich aufgrund meines gesunden Lebensstils (Walking-Junky - viel Sport an der frischen Luft) die Hoffnung habe mindestens 90 Jahre alt zu werden. Die Antwort des Arztes: aus den geplanten 30 Jahren werden wohl nur ca. 3 werden. Ein wenig skurril ist dies: Meine 2 größten Idole sind die beiden erfolgreichsten Physiker des 20ten Jahrhundert: Albert Einstein und Stephen Hawking. Beide hatten jeweils eine sehr seltene Krankheit - und genau die beiden habe ich: Asperger-Autismus und ALS. Die Wahrscheinlichkeit für so etwas ist wohl geringer als eine Million im Lotto zu gewinnen. Beide Diagnosen habe ich im Alter von 60 Jahren erhalten. Asperger-Autismus ist angeboren, aber nicht sehr auffällig. Einstein bekam die Diagnose erst nach seinem Tod. Aber nun ist mir klar warum mein soziales Leben leider nicht so gut lief wie ich mir das erhofft hatte. Meine ALS-Erkrankung habe ich versucht so lange wir möglich zu verbergen, aber inzwischen kann das jeder sehen. Der weiter voranschreitende Muskelschwund behindert mich inzwischen deutlich. ALS ist leider unheilbar und tödlich. Nun ist bald Schluss.
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