NeidNeid ist besonders in Deutschland ein weit verbreitetes, unschönes Phänomen. In den USA, zum Beispiel, ist das ganz anders, da werden Leistungsträger respektiert und geachtet. Vor ein paar Wochen hat z.B. SPD Politiker Thorsten Schäfer-Gümbel mal wieder eine Vermögenssteuer vorgeschlagen, und ich war schockiert wie stark dadurch die Umfragewerte der SPD zugelegt haben. Ich finde es bedauerlich, dass es viele Menschen offenbar erfreut, wenn man anderen Schaden zufügt. Eine Vermögenssteuer würde den Bundeshaushalt ja nicht verbessern, da die Erhebung mehr kostet als man durch diese Steuer einnehmen würde. Der einzige Effekt wäre die Befriedigung des Neids der Wähler. Ein Grund für den Neid könnten ein paar Missverständnisse sein. So glauben wohl viele Neider, den Besserverdienern fällt das Geld einfach so in den Schoß. Bei Erben ist das zwar so, aber der Neid richtet sich eher gegen Leute, dich sich ihren Wohlstand selbst erarbeitet haben. Man sollte auch bedenken, dass die Allgemeinheit stark von den Besserverdienern profitiert. So bezahlen die Personen, die mehr als das Durchschnittsgehalt verdienen, 95% der Einkommenssteuer in diesem Land. Wer doppelt so viel verdient, zahlt nicht etwa doppelt so viel, sondern vier Mal so viel Steuern. Selbständige zahlen übrigens mehr Steuern als Arbeitnehmer (50,66% ab dem ersten Euro statt 44,31% ab 56.000 Euro), obwohl oft das Gegenteil behauptet wird. Würde man die Besserverdiener aus dem Land jagen - wie dass z.B. François Holland in Frankreich gemacht hat - dann müßten die Geringverdiener viel mehr Steuern zahlen. Viele glauben, wenn der Besserverdiener weniger verdienen würde, dann würde ich mehr verdienen, da es einen festen Betrag jeden Monat gibt, der zur Verteilung zur Verfügung steht. Dem ist aber nicht so. Je mehr Leistung erbracht wird, um so mehr kann verteilt werden. Deshalb kann ein Individuum durch mehr Leistung auch mehr verdienen ohne das andere deshalb weniger bekommen. Besserverdiener verdienen mehr, weil sie mehr leisten. Der Neider wird dann sagen: Ich arbeite doch auch viel, aber Arbeit und Leistung ist eben nicht das gleiche. Arbeit und LeistungWie ich in meinem Text Wirtschaft beschrieben habe, gibt es eine Leistungsgerechtigkeit und eine Verteilungsgerechtigkeit. Entscheidend für eine Volkswirtschaft ist letztendlich die erbrachte Leistung. Leistung ist das was am Ende bei der Arbeit raus kommt und anderen Menschen dann zur Verfügung steht. Ein Bäcker, zum Beispiel, backt Brot, und dieses Brot können dann andere Essen. Je mehr Leistung jemand erarbeitet, desto höher ist dann auch sein Einkommen - so funktioniert Marktwirtschaft. Ein schönes Beispiel, wo keine Leistung erbracht wird, ist die Arbeit von Sisyphus. Ständig muss er eine großen Stein den Berg hinauf rollen, nur um dann mit anzusehen, wie er dann wieder herunter rollt. Das ist sicherlich eine sehr anstrengende Arbeit, aber sie erbringt keinen Nutzen bzw. Leistung. Eine Vergütung kann Sisyphus also nicht erwarten. Die durch Arbeit erbrachte Leistung ist je nach Qualifikation, Job, Arbeitszeit, etc. sehr unterschiedlich. Ein Leistungsträger ist jemand, der besonders viel Leistung erbringt, und es ist gerecht, dass er dafür auch angemessen gut bezahlt wird. Ein GesprächWenn sich ein Neider mit einem Besserverdiener unterhält, dann könnte das so ablaufen: Neider: Das ist ungerecht, dass Du mehr verdienst als ich. Besserverdiener: Dann mach doch einfach das selbe wie ich. Neider: Was machst Du denn? Besserverdiener: Erstmal braucht man eine gute Bildung. Ich z.B. habe ein Fach im MINT-Bereich studiert und spreche zweieinhalb Sprachen. Nach meinem Studium habe ich ersteinmal als Angestellter gearbeitet und bin so in einem Nischenmarkt (Echtzeit-Datenverarbeitung) eingearbeitet worden. In diesem Nischenmarkt sah ich viel Potenzial, also habe ich mich dann selbstständig gemacht und habe eigene Echtzeit-Softwarelösungen entwickelt und vermarktet. Anfangs war das sehr viel Entwicklungsarbeit bei geringem Einkommen. In den ersten ca. 10 Jahren habe ich jeden Tag (meistens 7 Tage die Woche) 10-12 Stunden gearbeitet und kaum Urlaub gemacht. Nach ca. 2 Jahren habe ich eine GmbH gegründet, was 50.000 DM gekostet hat. Das Geld wäre weg gewesen wenn die Firma gescheitert wäre. Nach ca. 10 Jahren kam dann endlich der Durchbruch. Mein Echtzeit-Betriebssystem war nun einigermaßen vollständig und ich konnte über 6.000 Maschinenbau-Firmen weltweit ermöglichen, kostengünstig und effizient Steuerungssoftware für ihre Maschinen zu schreiben. Meine Kunden haben letztendlich viel mehr als ich mit meiner Software verdient, aber das ist auch gut so. Neider: Nein, nein, Du hast mich falsch verstanden! So viel will ich gar nicht. Die Risiken, der Streß, die viele Arbeit, auf all das kann ich problemlos verzichten. Es würde mir vollkommen reichen Dein Konto und Dein regelmäßiges Einkommen zu bekommen. Mehr brauch ich gar nicht.
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